Also nahmen wir am Freitagabend einen Flieger über Mumbai nach Aurangabad. Unser idyllisch gelegenes, kleines Hotel befand sich direkt gegenüber den Höhlen von Ellora.
Doch am kommenden Morgen ging es erst einmal mit dem Taxi zu den gut 100 km entfernt gelegenen Höhlen von Ajanta. Hierbei handelt es sich um 30 von Menschenhand erschaffene Höhlen, die über dem U-förmigen Flussbett des Wagura in den Fels gehauen wurden. Dies geschah schon vor langer Zeit, die Höhlen datieren zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 6. Jh. n. Chr., demzufolge waren die Erbauer (buddhistische Mönche) allein auf ihre Muskelkraft und Spitzhacken angewiesen.
Die Mönche nutzten dieses Felsenkloster seinerzeit als Rückzugsort in den Monsunmonaten, wenn sie von ihren Wanderungen und Predigten und Wanderpredigten im Lande zurückkehrten. Ebenso gaben sie hier ihr Wissen an ihre Klosterschüler weiter. Die Höhlen waren über 1200 Jahre lang in Vergessenheit geraten und wurden erst 1819 von den Briten wiederentdeckt.
Der Grundriss der Höhlen ist fast immer gleich. Er besteht aus einer Haupthalle, die mit Säulen flankiert ist und einer Schreinkammer an ihrem Stirnende. Darin findet man meist eine große Buddha-Statue oder einer Stupa, einer weniger personifizierte Versinnbildlichung des Buddha aus der Frühzeit des Buddhismus.
Im Umland der Höhlen finden sich zahlreiche Bergkristalle wie z.B. Quarz, Rosenquarz, Amethyst und diese werden von den örtlichen Händlern geschickt an den Mann bzw. an die Frau gebracht.
Ein schönes Beispiel dafür, dass alle drei drei Religionen friedlich nebenher existiert haben. Die Herrscher der jeweiligen Epoche spendeten jeweils für die Bauarbeiten, um das auch weiterhin zu gewährleisten.
Tief in den Fels getriebene Versammlungshöhlen und ganze dreistöckige Gästehäuser mitsamt Treppenaufgängen zeugten von einer wahre Höhlenbaukunst.
Doch das unerreichte Meisterwerk wartete bei "Höhle Nr. 16" auf uns. Dort wurden von einer Felswand etwa 400.000 Tonnen Gestein von oben nach unten abgetragen, so dass ein Tempel stehen blieb.
Er besteht aus zwei freistehenden „Gebäuden“ in einem Innenhof, die durch eine Steinbrücke miteinander verbunden sind. Im Inneren befinden sich neben fein detaillierten Bildhauerarbeiten der Bulle Nandi als auch das Fruchtbarkeitssymbol Lingam.
Das ganze sieht von allen Blickwinkeln wirklich beeindruckend aus, besonders aber von oben.
Am Nachmittag ging es schon wieder zurück zu unserem Flieger nach Bangalore.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen